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Myanmar, Hate Speech und ein Facebook-Mönch

Ein Mönch sitzt in Inwa, in der Nähe von Mandalay, im hölzernen Bagaya-Kloster und schaut auf sein Smartphone. Er scrollt durch den Newsfeed von Facebook, wie man das eben macht. Das Time Magazin hat mir mein Foto aus Myanmar wieder ins Gedächtnis gerufen.

„Facebook’s pervasiveness in Myanmar is matched only by its monopolizing influence; a 2017 poll found that 73% of people there rely on the site for news, and by some accounts, 85% of the country’s Internet traffic flows through the network.“

Hätte Facebook den Hass gegen die Rohingya in Myanmar verhindern können? Ich weiß es nicht, aber mir sind interessanterweise zwei Begegnungen aus meinem Urlaub dort besonders in Erinnerung geblieben.

Zum einen der Facebook-Mönch auf dem Foto. Er ließ sich nicht von den rumirrenden Touristen aus der Ruhe bringen, wie man das von Mönchen annimmt, und war völlig in den Newsfeed vertieft. Er ist nur einer von vielen, vielen jungen Mönchen in Myanmar.

Und dann war da noch Nunu, ein cleverer junger Tourguide aus Kalaw. Er war sich sicher, dass Muslime eine Gefahr für die buddhistische Bevölkerung von Myanmar sind. „Die“ setzen schließlich so viele Kinder in die Welt. Eine Diskussion darüber war schwierig, die Meinung gefestigt.

Nunu addete mich später bei Facebook, wir sind bis heute dort befreundet. Propaganda habe ich von ihm nie wahrgenommen. Eigentlich postet er nur Selfies von sich und seinen Freunden. Immer dabei: das Smartphone.

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